MONSELICE

Der Sage nach wurde die Stadt vom trojanischen Helden Opsicella (einem Gefährten Antenors) gegründet. Archäologische Nachweise menschlicher Besiedelung gibt es in dem Gebiet seit der Bronzezeit.

In römischer Zeit hieß der Ort Mons Silicis, was so viel wie „Berg des Feuersteins“ bedeutet, wahrscheinlich wegen der örtlichen Trachyt-Steinbrüche.

Die erste urkundliche Erwähnung Monselices stammt aus dem Jahr 568 und bezieht sich auf die Einnahme der Stadt durch die Langobarden. Für eine kurze Zeit stand die Stadt unter byzantinischer Herrschaft.

Im Zeitalter der Kommunen wurde die Stadt ein selbstverwaltetes Gemeinwesen. Während der politischen und militärischen Konflikte des 13. Jahrhunderts war sie Verbündete der Ghibellinen gegen die Guelfen. Der Ghibellinenführer Ezzelino da Romano verstärkte die Befestigungen der Stadt und machte sie zu einer der wichtigsten Festungen der Gegend.

In weiterer Folge fiel die Stadt an die Familie Carrara (die Herren von Padua) und wurde im 15. Jahrhundert Teil der Republik Venedig. 1797 wurde Venetien im Frieden von Campo Formio an Österreich abgetreten, kam aber im Pressburger Frieden vom 26. Dezember 1805 an das von Napoléon Bonaparte gegründete Königreich Italien. Der erste Pariser Friede vom 30. Mai 1814 brachte Monselice als Teil des Königreiches Lombardo-Venetien an Österreich zurück (sein König war in Personalunion der Kaiser von Österreich).

Durch den Wiener Frieden vom 3. Oktober 1866 kam Venetien und damit auch Monselice an das Königreich Italien.
Sehenswürdigkeiten

Piazza Mazzini mit dem Torre Civica

Castello

Villa Duodo und Kirche San Giorgio

Villa Emo im Ortsteil Rivella

Die Altstadt liegt um die Rocca. Im Mittelalter war die Rocca mit fünf Mauerringen stark befestigt, die teilweise noch heute sichtbar sind.

Wichtige Punkte für Touristen sind die Piazza Mazzini mit dem mittelalterlichen Torre civica und dem Palazzo del Monte die Pietà. Die Piazza Mazzini ist auch der Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch die Via del Santuario, die zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt führt, darunter

die Burg (Castello Cini oder Ca’ Marcello), die eine der wichtigsten Sammlungen europäischer Waffen und Harnische beherbergt;
Villa Nani
die romanische Kirche Santa Giustina aus dem 12. Jahrhundert;
das Heiligtum der sieben Kirchen (Santuario delle Sette Chiese) mit Gemälden von Jacopo Palma d. J.. Papst Paul V. erließ 1606 eine Bulle, die den Pilgern, die das Heiligtum besuchten, dieselben Ablässe wie jenen gewährte, die die sieben Hauptkirchen (basiliche) Roms besuchten – daher die Aufschrift „Romanis Basilicis Pares“ auf dem Portal. Der venezianische Patrizier Pietro Duodo (1554–1610) beauftragte Vincenzo Scamozzi mit der Planung des Heiligtums;
Villa Duodo, ebenfalls von Scamozzi entworfen;
der Bergfried (Mastio oder Torrione) auf dem Gipfel des Rocca, ein massiver Turm aus gewaltigen Trachytquadern aus örtlichen Steinbrüchen.
Villa Emo in Rivella mit Gartenanlagen

Monselice ist ein idealer Standort für Ausflüge in die Euganeischen Hügel.